Mit einem feierlichen Festakt wurde am Samstag, dem 26. September 2020, der Grundstein zum Bau des ersten orthodoxen Klosters in Österreich im Beisein von Metropolit Arsenios (Kardamakis) gelegt. Aufgrund der COVID-19-Pandemie mussten die Organisatoren der Veranstaltung die Zahl der Gäste vor Ort auf 100 beschränken. Abt Paisios (Jung), Diözesanbischof Ägidius Zsifkovics, Landeshauptmann Hans Peter Doskozil und Bürgermeister Andreas Sattler legten jeweils einen Grundstein an der Stelle, über jener der Altar der künftigen Klosterkirche erbaut werden soll.   

Die 4 Steine wurden dabei in einer etwa einen Meter tiefen Grube auf einem Betonfundament angebracht und dienen als Sockel für die abschließend darauf befestigte Gedenktafel, die an den Tag der Grundsteinlegung erinnern soll. Auf jeden dieser Steine befanden sich jeweils 2 Buchstaben aus dem in der Frühzeit des Christentums und auch heute noch in der orthodoxen Kirche verbreiteten Christogramm „IC XC NIKA“, was für „Jesus Christus“ (IHCOYC XPICTOC) und „er siegt“ (NIKA) steht. Der Festakt begann zuvor mit einer kurzen liturgischen Feier am Grundstück, dass 2014 von der Diözese Eisenstadt an die Metropolis von Austria zum Zweck der Errichtung des Klosters abgetreten worden ist.

Zahlreiche Ehrengäste waren gekommen
Unter den Ehrengästen befanden sich neben den bereits erwähnten u. a. auch der Superintendent der evangelischen Kirche A. B. des Burgenlandes, Manfred Koch, der Wiener Weihbischof Franz Scharl, der Generalvikar der Metropolis von Austria und des Exarchates von Ungarn, Weihbischof Paisios (Larentzakis), der Abt des Stiftes Heiligenkreuz, Maximilian Heim, der Abt des griechischen Mutterklosters des Hl. Arsenios von Kappadokien auf Chalkidiki, Archimandrit Theoklitos, der frühere Abt des Stiftes Geras und jetzige Vizerektor des Collegium Orientale in Eichstätt (Bayern), Archimandrit Michael Karl Proházka, die Botschafterin Griechenlands in Österreich, Catherine Koika, der Botschafter Italiens in Österreich, Sergio Barbanti, die Botschafterin der Republik Zypern in Österreich, Elena Rafti, der Botschafter Ungarns in Österreich, Andor Nagy, der Generalvikar der Diözese Eisenstadt, Martin Korpitsch, der Bischofsvikar der Diözese Eisenstadt, P. Lorenz Voith, die burgenländische Landesrätin Daniela Winkler, der Architekt des Klosterbaues, Themistoklis Ioannou, der stellvertretende Chefredakteur der katholischen Presseagentur „kathpress“, Georg Pulling, ORF-Redakteur Christian Rathner, „Die Tagespost“-Korrespondent Stephan Baier, der Leiter des Medienbüros der Diözese Eisenstadt und persönlicher Referent des Bischofs, Dominik Orieschnig, der Chefredakteur der burgenländischen Kirchenzeitung „martinus“, Franz Josef Rupprecht, der Leiter der Liegenschaftsverwaltung der Diözese Eisenstadt, Lois Berger, der leitende Baukurator und Diözesankonservator der Diözese Eisenschaft, Markus Zechner, der Geschäftsführer der St. Martins Therme & Lodge, Klaus Hofmann, der Pfarrer des Seelsorgeraumes „Heideboden“ (mit den Pfarren Andau, Tadten und St. Andrä), Pfarrer Gabriel Kožuch, der Großmeister des Ferdinandus Ordens, Ernst Kugler, der St. Andräer Vizebürgermeister Michael Schmidt, Altbürgermeister Erich Goldenitsch, der Obmann und Obmannstellvertreter des Vereins der „Freunde des Klosters Maria Schutz in St. Andrä am Zicksee“, Martin Brasch und Hans Peter Krisch.

Landeshauptmann heißt das Kloster im Burgenland „willkommen“
In seiner Festansprache bezeichnete der burgenländische Landeshauptmann Hans Peter Doskozil sein Bundesland als „weltoffen“ und bescheinigte der Bevölkerung des Landes engen „Zusammenhalt“ und ein aktives „Miteinander“. Dieses Miteinander finde sich auch in der Ökumene der Kirchen wieder und so heiße er das Kloster im Burgenland herzlich willkommen. Von dem Bau erwarte sich der Landeshauptmann, dass es ein Haus der „Offenheit und der Begegnung“ werde und sich so zu einem „burgenländischen Kloster“ entwickle. Abschließend wünschte Hans Peter Doskozil dem „Bau und ganz besonders dem Geist, der diesem Kloster innewohnen wird“ alles Gute.

Diözesanbischof bezeichnet die Klostergründung im Burgenland ein „historisches Ereignis“
Der Bischof von Eisenstadt, Ägidius Zsifkovics, der am Tag davor seinen 10. Jahrestag der Bischofsweihe feierte, erinnerte in seiner Rede an einzelne Momente in der Geschichte der Diözese Eisenstadt, die er als „historische Ereignisse“ bezeichnete. Die Gründung des Klosters in St. Andrä am Zicksee sei ein weiteres „beglückendes Ereignis von historischer Tragweite“ für seine Diözese. In Anlehnung an die Worte von Papst Johannes Paul II. bei seinem Besuch im Burgenland 1988 sprach er im Zusammenhang mit dem Klosterprojekt von einem „Verbindungsstück“, dass die Brückenfunktion des Burgenlandes unterstreiche. „In Parndorf haben wir ein Outlet-Center. Das neue orthodoxe Kloster hier in St. Andrä wird ein `Inlet-Center´. Ein Ort, wo man die Menschen einlässt, um Ruhe, Beschaulichkeit und Frieden zu finden“ so der katholische Oberhirte des Burgenlandes. Abschließend dankte der Bischof allen, die dieses Klosterprojekt unterstützt haben.

Patriarch Bartholomaios I. von Konstantinopel sendet Grußbotschaft
In einer persönlichen Grußbotschaft wendet sich seine Allheiligkeit, der ökumenische Patriarch von Konstantinopel, verlesen vom Abt des Klosters Maria Schutz, Archimandrit Paisios (Jung), an alle Anwesenden der Grundsteinlegung. Patriarch Bartholomaios I. zeigt sich darin überzeugt, dass das Kloster in St. Andrä am Zicksee den „Zweck seiner Errichtung erfüllen“ werde, nämlich das „immerwährende Gebet für das Leben und die Erlösung der Welt, insbesondere hier im Zentrum Europas“. Ein Kloster sei für ihn „ein Heiligtum des Glaubens, eine geistliche Wohnstatt, eine Arena der Tugenden, ein Ringplatz geistiger Kämpfe, ein Ort der ständigen Verherrlichung des allheiligen Namens des dreifaltigen Gottes.“ Abschließend wünschte das Ehrenoberhaupt der Weltorthodoxie in seinem Schreiben allen Beteiligten einen „schnellen Abschluss“ der Bauarbeiten.

Kurienkardinal Kurt Koch übermittelt schriftliche Grüße aus dem Vatikan
Stellvertretend für die Vatikanische Kurie übermittelte der Präsident des päpstlichen Rates für die Förderung der Einheit der Christen, Kardinal Kurt Koch, Grüße anlässlich der Grundsteinlegung für das orthodoxe Kloster in St. Andrä am Zicksee. Er erinnerte dabei an den Brief des Apostels Paulus an die Korinther, in dem dieser schreibt, dass die Kirche Christi selbst auf „einem Grundstein“ aufgebaut ist. Jesus Christus sei der gemeinsame Grund, der alle Christen eint. Alle „zwischenkirchlichen Bemühungen“ hätten nur „Bestand und Zukunft, wenn sie auf diesen Boden stehen“. Dazu sei ein Kloster „in besonderer Weise berufen“, denn es diene „der Einheit vor allem im Gebet“. Kardinal Koch schließt seine Grußworte mit dem Wunsch nach einem „guten Gedeihens der Klosters“.

„Historischer Tag für die gemeinsame Vision der Einheit der Kirche Christi“
Metropolit Arsenios (Kardamakis) sieht in seiner Ansprache in dem Kloster einen „Ort des Gebetes, des Werkes der Liebe, der Begegnung der Menschen und des Dialoges“ und umschrieb dessen Bestimmung als „Bollwerk der Liebe und der Verständigung und engen und unzertrennlichen Beziehung zwischen allen Menschen“. Er hoffe, dass diese Klostergründung ein „Vorgeschmack der himmlischen Freude und der ewigen Seligkeit des Paradieses“ sein werde. Er dankte besonders dem Eisenstädter Diözesanbischof Zsifkovics für die großzügige Unterstützung bei der Realisierung dieses Klosterprojektes. Der heutige Tag sei nach den Worten des Metropoliten ein „wichtiger und historischer Tag für die gemeinsame Vision der Einheit der Kirche Christi“. Seine weiteren Dankesworte galten allen, die diesem Klosterprojekt ihre Unterstützung in unterschiedlicher Weise zuteil werden haben lassen. Dabei erwähnte er u. a. auch die Mitglieder des „Vereins der Freunde des Klosters Maria Schutz in St. Andrä am Zicksee“, die „mit Freude die Nachricht von der Gründung des Klosters an diesem Ort aufgenommen haben und immer bereitwillig und großzügig geholfen haben. Ihr Einsatz, ihr hingebungsvolles Interesse, ihre Sorge und ihre Liebe verdienen äußerstes Lob. So möge das Kloster zur Quelle des Segens und der Gnade für die ganze Ortschaft werden!“

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Aufzeichnung der Liveübertragung von der Grundsteinlegung am 26.09.2020 in St. Andrä am Zicksee
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TV-Beitrag über die Grundsteinlegung in der ORF-Sendung „Burgenland Heute“ vom 26.09.2020
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TV-Beitrag über die Grundsteinlegung in St. Andrä am Zicksee in der ORF-Sendung „Orientierung“ vom 27.09.2020

Link zum Ö1-Radiobeitrag vom 29. September 2020:

Zum Fotoalbum von der Grundsteinlegung geht es hier.

Weblinks:
Die Tagespost
burgenland.orf.at
katholisch.at
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