Am 6. August feiern wir das Fest der Verklärung des Herrn, dieses Fest wird seit dem 4. Jahrhundert bereits im Osten gefeiert und ab dem 10. Jahrhundert auch im Westen. Der biblische Hintergrund ist das Wunder der Verklärung (griech. Metamorphosis) Christi am Berg Tabor (Mt 17:1-9, Mk 9:1-10, Lk 9:28-36). Christus begegnet den hll. Propheten Moses und Elija und spricht mit ihnen. Diese Begegnung erleben die hll. Apostel Petrus, Johannes und Jakobus mit.

In der Orthodoxen Tradition fällt dieses Fest in die Mitte der Fastenzeit vor dem Fest der Entschlafung der Allheiligen Gottesgebärerin (15. August). Im Festgesang des Tages hören wir diese Worte: „Du wurdest verklärt auf dem Berge, Christus, Gott, und zeigtest Deinen Jüngern Deine Herrlichkeit, soweit sie diese zu ertragen vermochten. Erstrahlen lass auch auf uns Sünder Dein ewiges Licht, auf die Fürbitten der Gottesgebärerin, Spender des Lichts, Ehre sei Dir.“

Der Monat Auguѕt іѕt іn den südlichen Ländern auch seit jeher die Zeіt der Weіnlese gewesen. In den orthodoxen Balkanländern beginnt sie tradіtіonell am Tag nach Verklärung. Deshalb ist mit diesem Fest auch die Segnung der ersten Trauben verbunden, so auch in unserem Kloster Maria Schutz, das ja in der Weinbaugemeinde St. Andrä am Zicksee liegt. Im Burgenland beginnt die Weinlese jedoch erst im Herbst.

Im Segensgebet heißt es: Segne, Herr, diese neue Frucht des Weinstocks, welche Du gnädig reifen ließest durch die Wohlbeschaffenheit der Luft, durch Regen und stilles Wetter zur rechten Zeit. Lass sie uns zur Freude gereichen, die wir von ihr genießen wollen,jenen aber, für die sie dargebracht werden, zur Sühnung der Sünden durch den erhabenen Leib und das heilige Blut Deines Christus, mit dem Du gepriesen bist samt Deinem allheiligen, guten und lebenspendenden Geist, jetzt und allezeit und in die Ewigkeit der Ewigkeit.“

Diese Segnung am Fest der Verklärung Christi ist ein Zeichen des Dankes für Gottes reiche Gaben und Wohltaten, die bekannten wie unbekannten, die wir in Laufe des Jahres von Ihm und Seiner Güte empfangen haben. Denn der hl. Johannes Chrysostomos lehrt uns, dass „der Bauer die Früchte des Feldes nicht so sehr durch seine Arbeit, als vielmehr durch die Güte Gottes, der sie wachsen lässt, erhält.“