In der orthodoxen Kirche beginnt die vorösterliche Bußzeit (in der Orthodoxie spricht man von der „heiligen und großen vierzigtägigen Fastenzeit“) stets am sogenannten „Reinen Montag“, der heuer auf den 2. März fällt. Die Fastenzeit dauert in der Ostkirche immer zwei Tage länger als in der Westkirche. Davor gibt es außerdem noch eine dreiwöchige „Vorfastenzeit“, deren letzte Woche „Milchwoche“ heißt, in der kein Fleisch mehr, aber ausgiebig Milch, Milchprodukte und Eier verzehrt werden. Ostern feiern die orthodoxen Christen heuer eine Woche nach der römisch-katholischen Kirche (19. April). Der „Reine Montag“ ist gemeinsam mit dem Karfreitag für orthodoxe Gläubige der wichtigste Fasttag des Jahres. Auf die ersten 40 Tage des „Großen Fastens“ folgen der Lazarus-Samstag, der Palmsonntag und die Karwoche.

Während des Fastens dürfen in der orthodoxen Kirche keine tierischen Erzeugnisse gegessen werden. Dazu zählen neben Fleisch auch Milchprodukte, Eier und Fisch. Am „Reinen Montag“ und am Karfreitag sollen die Gläubigen überhaupt aufs Essen verzichten.

Weitere bedeutende Fastenzeiten in der orthodoxen Kirche gibt es vor Weihnachten – vergleichbar dem Advent in der Westkirche, allerdings mit 40 Tagen deutlich länger -, vor dem Fest der Heiligen Petrus und Paulus (29. Juni) sowie vor dem Fest „Maria Entschlafung“ (in der Westkirche spricht man von der „Aufnahme Mariens in den Himmel“) am 15. August. Die Gläubigen bereiten sich darauf mit einem rund zweiwöchigen Fasten vor. Außerdem sind mit wenigen Ausnahmen auch jeder Mittwoch und Freitag Fasttage in der orthodoxen Kirche. Der Mittwoch erinnert an den Verrat Jesu durch Judas, der Freitag an den Kreuzestod Jesu. Dazu kommen noch einige weitere eintägige Fasttage im Lauf des Kirchenjahres.

Der unterschiedliche Ostertermin und damit auch die vorgelagerte Fastenzeit geht auf verschiedene Berechnungsarten zurück. So bestimmen die Ostkirchen den Ostertermin nach dem alten Julianischen Kalender und nach einer anderen Methode als die Westkirchen, die die Gregorianische Kalenderreform des 16. Jahrhunderts vollzogen. Die Ostertermine können deshalb bis zu fünf Wochen auseinander fallen. Zu einem gemeinsamen Ostertermin wird es wieder im Jahre 2025 kommen.

(c) Mit freundlicher Genehmigung von Kathpress/MMag. Georg Pulling

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